Erstaunlich, wie Komponisten und Textdichter mit ihren Liedern, die von Schmerz, Sehnsucht, Abschied, Entbehrung oder Trauer erzählen, eine Sphäre erschaffen können, in der die Zuhörer in Seufzer der Träumerei, ja sogar des Glücks verfallen! Vielleicht ist es auch ein bisschen tröstlich, vom Leiden anderer zu erfahren, lässt sich doch so das eigene Schicksal leichter ertragen.
Publikumsliebling, Kammersänger und künftiger künstlerischer Leiter des Opernstudios der Wiener Staatsoper Adrian Eröd, ließ nicht nur das Publikum in Begeisterungsstürme und laute Bravorufe ausbrechen mit seiner Arie des Onegin oder mit dem Wolgalied, er brachte auch zwei upcoming Stars der Opernwelt mit: die zarte, und zugleich starke Sopranistin Maja Triler und den Bassbariton Phillipp Schöllhorn, mit seiner bemerkenswert vollen tiefen Stimme.
Das United Europe Orchester unter der Leitung der Stehgeigerin Elena Rozanova ergänzte das erlesene Programm, indem es mit den Stücken Les Sylphides, Blumenwalzer, Trepak (Nußknacker), Dumka (Slavischer Tanz Nr 2), Hummelflug, Vltava (Moldau), Abschied von St. Petersburg, Walzer no 2 (Schostakowitsch) in einen abwechslungsreichen Dialog mit den Sängern trat.
Beim Lied an den Mond aus Rusalka musste man bei Maja Trilers Interpretation den Atem anhalten, so schön war dieser Moment.
Das Lied des Warlaam von Boris Godunov, dargeboten von Phillipp Schöllhorn, bestach sowohl durch die sonore Gestaltung als auch durch das perfekte höhnische Bühnenlachen am Ende, das auf das Publikum ansteckend wirkte.
Ergreifend schließlich das Wolgalied aus „Der Zarewitsch“, das Adrian Eröd zum Besten gab – es war in allem perfekt, besser geht es nicht; besonders der Aufschrei des Wache schiebenden Soldaten am Wolgastrand „Hast du dort oben vergessen auf mich“ wirkte im Schiff der schlichten Kirche St.Anna zugleich aufwühlend wie betörend, - es wurde mit einen nicht enden wollenden Applaus bedacht. Auch der Hausherr Pfarrer Oliver Becker stimmt enthusiastisch mit ein.
Am Ende konnte man alle drei Sänger in einem Terzett erleben, von dem eher unbekannteren polnischen Komponisten Stanislaw Moniuszko aus „Halka“.
Es war der krönende Abschluss eines unvergesslichen Konzerts, wie viele der etwa 120 Gäste bei einem Glas Wein hinterher äußerten.
Elisabeth Augustin
Im Rahmen der Kulturtage Schloss Pöggstall, in der Reihe „Bella Voce“ am Samstag, 4. Juli 2026, Kirche St Anna im Felde, nächst Pöggstall
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